Pressebericht vom 26.Oktober 2006




Bürgermeister Hans-Ulrich Laier zeigt an der Ostseite des Hauses auf Gefache, die allesamt neu ausgemauert werden mussten.
Das einstige Belriether Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchturm wird komplett saniert. Eine Künftige Nutzung als Vereinshaus ist vorgesehen. Im ersten Obergeschoß ist ein größerer Raum entstanden, der für Sitzungen oder Feiern genutzt werden kann.
FOTOS: D. BECHSTEIN

Belrieth baut mit Kontinuität

Historisches Feuerwehrgerätehaus und ehemalige Schule sind in Verjüngungskur

BELRIETH. Kontinuierlich setzen sich Bürgermeister Hans-Ulrich Laier und seine Gemeinderäte für die Verbesserung der Infrastruktur und die Verschönerung des Ortsbildes ein. Zwei größere Projekte laufen derzeit. Der Um- und Ausbau des Feuerwehrgerätehauses zum Vereinshaus sowie die Fassadenkur am gemeindlichen Wohnhaus, der einstigen Schule.


„Für die Gemeinde sind beide Maßnahmen sehr wichtige Projekte, da es sich um ortsbildprägende Bauten handelt. Die Umsetzung wäre ohne Förderung über das Dorferneuerungsprogramm des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung (ALF) nicht möglich gewesen. Leider mussten wir an beiden Gebäuden erhebliche versteckte Mängel feststellen, die die vorher im Haushalt eingestellten Bausummen um einiges übersteigen. Einen Antrag um eine Nachtragsförderung haben wir beim ALF eingereicht und hoffen auf einen positiven Bescheid“, so Bürgermeister Laier.
An dem an der Hauptstraße gelegenen Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchturm haben die Um-. Und Ausbauarbeiten zum Vereinshaus bereits im März diesen Jahres begonnen. Bis 1992 war hier das Gemeindeamt etabliert. Seitdem stand es komplett den Floriansjüngern des Ortes zur Verfügung. Künftig benötigen die Feuerwehrleute lediglich die integrierte Garage, um das Mannschaftsfahrzeug unterzustellen. Ausbildung und Einsätze erfolgen gemeinsam mit der Einhäuser Wehr von dem derzeit dort neu entstehenden Feuerwehrgerätehaus. Ein Umbau zum Vereinshaus wurde so erst möglich.

Höherer Aufwand

„Die nach Baubeginn festgestellten Schäden waren weitaus gravierender als im Vorfeld vermutet. Die gesamte Giebelwand, die Ostseite des Gebäudes, musste erneuert werden. Sämtliche Balken im Fachwerk sind ausgewechselt, die Gefache mit alten und neuen Backsteinen ausgemauert. Das Ansehen des um die Jahrhundertwende gebauten Hauses konnten wir so aber erhalten“, erläuterte Sabine Dreblow vom gleichnamigen Architekturbüro aus Vachdorf. In großen Teilen des Hauses habe man zusätzlich Hausschwamm feststellen müssen, der entfernt und durch neue Bausubstanz ergänzt werden musste, war weiter von ihr zu erfahren.
Die direkt an das Gerätehaus angrenzende Schmiede verschwand im Zuge der Baumaßnahme und wurde durch einen Neubau in Backsteinbauweise ersetzt. In diesem Gebäudeabschnitt sind die Sanitäranlagen und eine kleine Küche für das künftige Vereinshaus untergebracht. Ein separater Treppenzugang ist hier integriert. Das Backhaus blieb erhalten und kann durch zusätzliche Räumlichkeiten mit Wasser- und Abwasseranschluss künftig besser nutzbar gemacht werden. Noch in diesem Jahr ist die Fertigstellung der Baumaßnahme vorgesehen. Das Haus steht dann allen Vereinen und auch Bürgern zur Nutzung für Familienfeierlichkeiten zur Verfügung. Die Gemeinde kann hier Sitzungen und Beratungen durchführen. Der großzügig geschaffene Raum im Obergeschoß bietet dafür optimale Voraussetzungen. Parallel dazu laufen seit September die Arbeiten an der ortsbildprägenden Fassade der einstigen Schule des Ortes. Für die Sanierung waren 100 000 Euroeingeplant. Um rund ein Drittel erhöhen sich die Baukosten für das Projekt.

Statische Mängel beheben

„Unter Putz und Schiefer traten große Baumängel zu Tage, die schon bei früheren Reparaturen vorgelegen haben müssen - aber offenbar ignoriert worden sind“, machte Architektin Helga Sell vom gleichnamigen Büro für Architektur und Design aus Metzels deutlich. Sie ist mit den Planungen und der Bauüberwachung an dem historischen Torhaus beauftragt. Es soll in alter Pracht wie im Jahr 1812 wieder entstehen. Der Zugang zu Friedhof und Kirchenburg ist nur durch das geschichtsträchtige Gebäude möglich. Gerade im Durchgangsbereich stellten die Fachleute statische Mängel fest. Balken mit einer Stärke von gut 40 Zentimeter Stärke waren regelrecht weggefault, müssen erneuert werden. „Wir mussten eigens dafür ein statisches Gutachten anfertigen lassen – auch das kostet wieder zusätzlich Geld“, ließ Bürgermeister Laier wissen.
Drei vermietete Wohnungen sind in dem Gemeindehaus von Belrieth. Die Fassadensanierung erfolgt daher unter bewohnten Bedingungen. Zimmerer, Maler, Putzer und Elektriker sind am Bau tätig. Mehrere in früheren Zeiten demontierte Fenster wurden wieder neu eingesetzt, um dem Gebäude seine ursprüngliche Symmetrie zu verleihen. An der Westseite haben die Fachleute das fehlende Gesims unterhalb des Daches nachempfunden und angebaut. Diese Wetterseite erhält künftig einen Schutz aus Schiefer. Die anderen drei Seiten sollen in neuem Fachwerkglanz erstrahlen. Ein Nebengebäude, die früheren Stallungen, wird im Zuge des Projektes auch gesichert und die Fassade hergerichtet.
„Als nächster Bauabschnitt, in den kommenden Jahren, sind die Außenanlagen an der Reihe. Das betrifft Treppen, eine unterirdische Entwässerung und den Wegebau. Als Zugang zum Friedhof wäre das sehr wichtig. Der marode Weg stellt hauptsächlich in den Wintermonaten eine ernsthafte Gefahr dar“, schätzt der Bürgermeister ein. (db)



Tragende Balken am Torhaus sind regelrecht weggefault.
Die einstige Schule ist ein historisch wertvolles Torhaus. Im Durchgangsbereich traten große statische Probleme zu Tage.