Pressebericht vom 08.Oktober 2005

Kiesaktion gestoppt

Bürgermeister Hans-Ulrich Laier stoppte die Kiesabfuhr, weil die Baufahrzeuge das Gelände erheblich beschädigt hatten.
Am späten Nachmittag wurden dann die Stahlplatten gelegt.
FOTOS: Karla Banz

Kiesaktion sorgte für Ärger bei Belriethern

Baufahrzeuge verursachten erhebliche Schäden Bürgermeister stoppte zunächst Abtransport Problem inzwischen gelöst


BELRIETH. Ein Bagger rückt derzeit den Kiesbänken zu Leibe, die sich in Höhe des Dorfplatzes in der Werra gebildet haben. Am Donnerstag allerdings stoppte Bürgermeister Hans-Ulrich laier den Abtransport des Kieses. Die Baufahrzeuge hatten die Zufahrtsfläche in eine Mondlandschaft verwandelt.
Ich war wie vom Schlag getroffen, als ich das Areal gesehen habe. Bagger und LKW hatten die ganze Rasenfläche kaputtgefahren und tiefe Spuren ins Erdreich gewühlt, schildert der Bürgermeister die Sachlage. Dem vorangegangen war eine Information des Staatlichen Umweltamtes, dass die Kiesablagerungen in der Werra beräumt werden. Derzeit wird in Einhausen eine Sohlgleite in der Werra gebaut, und zwar an jene Stelle, wo sich noch bis vor wenigen Tagen das alte Wasserwehr befand. Der Kies soll dort verarbeitet werden.



Erfahrung aus dem Jahr 2000


Wir sind ja froh, wenn die Ablagerungen bei uns verschwinden. Auch die Kanuten beschweren sich, über die Hindernisse. Doch wir hatten uns das etwas anders vorgestellt, stellt der Bürgermeister klar und verweist auf den Kiesabtransport im jahr 2000. Bei den Straßenbauarbeiten in der Ortsdurchfahrt hatte man ebenfalls auf das Depot in der Werra zurückgegriffen. Doch damals verlief das alles sehr professionell und ohne Probleme. Es wurden Platten gelegt, über die die Baufahrzeuge zur Werra und zurück gelangten. Dadurch ist das Erdreich so gut wie gar nicht beschädigt worden. Die Grasnarben blieben erhalten, erinnert sich hans-Ulrich Laier. Ganz anders hingegen die Situation am Donnerstag.
Ohne die Gemeinde vorher konkret in Kenntnis zu setzen, habe man mit der Auskiesung begonnen. Seitens des Staatlichen Umweltamtes in Suhl als Auftraggeber sei zwar eine Vereinbarung vorbereitet, doch von ihm noch gar nicht unterzeichnet worden, beschwert sich der Bürgermeister. Man hat uns quasi vor vollendete Tatsachen gestellt. Nicht nur die Zugangsfläche zeigte sich in einem schlimmen Zustand, auch die Bundesstrasse war völlig verschmiert. Und das ausgerechnet in dieser Kurve. Es war nicht einmal ein Schild aufgestellt, führte Hans-Ulrich Laier an.



Warum nicht gleich so


Darauf hatte der Bürgermeister versucht, einen Verantwortlichen im Staatlichen Umweltamt zu erreichen, allerdings vergeblich. Kurzerhand stoppte Hans-Ulrich Laier den Abtransport d es Kieses, indem er die Zufahrt mit einem Multicar blockierte. Wir können uns das als Gemeinde nicht bieten lassen. Gerade in den letzten Jahren haben wir viel Geld in die Verschönerung unseres Dorfes gesteckt. Die Auskiesung der Werra ist nicht unsere Angelegenheit. Das ist Landessache. Und der Kies ist auch nicht für uns sondern für die Sohlgleite in Einhausen bestimmt. Mit Belrieth hat das gar nichts zu tun. Wir haben nur den Schaden, argumentierte der Bürgermeister. Die Blockade indes rief die Baufirma auf den Plan. Am späten Donnerstagnachmittag dann kam ein LKW beladen mit Stahlplatten. Mit diesen legten die Bauarbeiter die Zufahrt dann aus. Daraufhin wurde die Blockade aufgehoben und der Kies wird weiter abtransportiert. 25 Fuhren werden allein für die Sohlgleite in Einhausen gebraucht. Der Rest soll bei anderen Baumaßnahmen Verwendung finden. Warum konnte man das nicht gleich so machen. Wir werden natürlich darauf dringen, dass die Fläche wieder in Ordnung gebracht wird. Die Grasnarbe allerdings ist zunächst zerstört, so der Bürgermeister. Mit dem Areal hat es übrigens eine historische Bewandtnis, denn es handelt sich um eine alte Furt. (kb)