Pressebericht vom 05.Februar 2005

Haushalt auf stabilen Füßen

Belriether Wehr verstärkt FF Einhausen

BELRIETH. Während in vielen Gemeinden Unsicherheit über die zur Verfügung stehenden Finanzen herrscht, haben die Belriether Abgeordneten zur Ratssitzung am  Mittwochabend bereits ihren Haushaltsplan beschlossen. Als wichtigstes Vorhaben planen sie, das ehemalige "Spritzenhaus" zum Vereinsdomizil umzubauen. Weiterhin haben die Räte einstimmig einer Vereinbarung zugestimmt; dass die örtliche Feuerwehr künftig mit den Floriansjüngern von Einhausen zusammenarbeitet.

Grund, für den recht frühen Beschluss zum Haushalt 2005 ist ein Auto - und zwar ein Fahrzeug für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr von Belrieth. Dabei handelt es sich aber nicht um ein Löschfahrzeug, sondern um einen  neunsitzigen Transporter, mit dem  die Floriansjünger künftig zu Einsätzen oder Übungen in das  benachbarte Einhausen fahren werden.

"Ich meine, wir setzen damit ein Zeichen für die gesamte Region. Feuerwehren kleinerer Ortschaften sollten sich zusammenschließen. Es nützt wenig, wenn in jedem Ort ein wunderschönes, nagelneues Löschfahrzeug steht und dennoch durch auswärts arbeitende Feuerwehrleute die Einsatzbereitschaft nicht gewährleistet ist. Daher habe ich mich immer gegen die Anschaffung eines solchen Fahrzeuges gewehrt", erläuterte Bürgermeister Hans-Ulrich Laier.

Den Kauf des neuen Mannschaftswagen für seine Floriansjünger hat der Bürgermeister sofort am Morgen nach der Ratssitzung perfekt gemacht. Das war nicht eher möglich, da zunächst der Haushalt beschlossen sein musste, bevor erste Ausgaben getätigt werden konnten.

Der OpeI-Transporter ist erst drei Jahre alt, hat 75 000 Kilometer auf dem Tacho. 12300 Euro kostet das Fahrzeug, inklusive  des Einbaus der Funkanlage und  der noch zu erfolgenden Feuerwehrbeschriftung. Die Kameraden von Belrieth können künftig mit ihrem Transporter innerhalb von nur wenigen Minuten am Feuerwehr-Gerätehaus von Einhausen sein. Die Planung für das neue Depot ist fertig, das, gemeinsame Gebäude soll auf dem Areal des früheren Gasturbinenkraftwerkes entstehen. Die Weichen für die Zusammenarbeit der Feuerwehrleute beider Gemeinden haben die Abgeordneten in ihrer Ratssitzung am Mittwoch gestellt. Einstimmig fiel der Beschluss zu der Vereinbarung über die Zusammenarbeit beider Wehren aus. Ganz offiziell wird das Zusammenwirken in Kürze durch die Vertragsunterzeichnung beider Bürgermeister und Ortsbrandmeister besiegelt. "In der jetzt geschlossenen Vereinbarung spielen finanzielle Dinge noch keine Rolle. Dazu wird es nach Fertigstellung des Einhäuser Feuerwehrgerätehauses einen weiteren detaillierten Vertrag geben. Bevor es aber so weit ist, werden Übungen und Einsätze bereits gemeinsam absolviert", so der Bürgermeister.


Die ausgemauerten Fächer am einstigen Spritzenhaus an der Hauptstraße drohen herauszufallen. Eine Sanierung ist dringend notwendig, auch um Gefahren für die Bürger abzuwenden.

Nur 600 Euro weniger


Der Haushalt der Gemeinde Belrieth steht auch heuer auf stabilen Füßen. Der Wegfall von finanziellen Zuweisungen und die Erhöhung von Umlagen wirkt sich nicht so gravierend aus wie zunächst befürchtet. Das Budget der Gemeinde schmälert sich nach Aussagen des Bürgermeisters insgesamt lediglich um 600 Euro. Der Verwaltungshaushalt von Belrieth umfasst in Einnahmen und Ausgaben 357.000 Euro. Der Vermögenshaushalt geht mit 508.000 Euro in Einnahmen und Ausgaben auf. Aus dem Verwaltungshaushalt kann dem Vermögenshaushalt in diesem Jahr nur eine Summe von 21.600 Euro zugeführt werden. Dies reicht daher nicht, um die fällige Tilgung von 23.400 Euro für den laufenden Kredit in Höhe von 300.000 Euro leisten zu können. Dennoch will die Gemeinde auch 2005 eine „Großmaßnahme“ realisieren. Das einstige Feuerwehrgerätehaus, direkt an der Hauptstraße gelegen, soll zum Gemeinschaftshaus für drei örtliche Vereine saniert und umgebaut werden. 250.000 Euro sind dafür veranschlagt, die Gemeinde hofft auf Förderung aus dem Dorferneuerungsprogramm in Höhe von 175.000 Euro. Neben dem Spritzenhaus sind auch das Backhaus und die daneben gelegene einstige Schmiede in das Projekt einbezogen. Der Garten-, Backhaus- und Feuerwehrverein des Ortes sollen hier ein Domizil finden. Weitere Summen, die im Vermögenshaushalt verankert sind, werden für die bereits erwähnte Anschaffung des Mannschaftswagens für die Feuerwehr sowie die Fertigstellung der im vergangenen Jahr begonnenen Straßenbaumaßnahme „Hofteicher Straße“ aufgewandt. Eine Fortsetzung der Bauarbeiten beginnt, sobald es die Witterung zulässt. Die Baukosten betragen 2005 dafür 120.000 Euro.

Im Rahmen der weiteren Umsetzungen Maßnahmen des Kulturlandschaftsparks „Oberes Werratal“ soll am Hofteich ein Pavillon als Raststätte für Wanderer entstehen. Bei den geschätzten Kosten von 15.000 Euro hofft die Gemeinde auf eine 80-prozentige Förderung. In das gleiche Projekt gehört der Ausbau eines Wirtschaftsweges für 30.000 Euro. Auch hier setzt Belrieth auf die Bereitstellung von Fördermitteln in Höhe von 24.000 Euro. Der Waldwegebau soll heuer zum Abschluss gebracht werden. 40.000 Euro sind veranschlagt, eine 70-prozentige Förderung wäre möglich.

Die Rücklage der Gemeinde Belrieth beträgt derzeit noch 245.000 Euro. Um für die geplanten Maßnahmen den Eigenanteil aufbringen zu können müssen heuer 200.000 Euro aus dem gemeindlichen Sparschwein entnommen werden. Die Rücklage schrumpft auf 45.000 Euro.

Am 23. Februar findet in der Gemeinde Belrieth die jährliche Einwohnerversammlung statt. Zu dieser Veranstaltung wird auch der langjährige Ortsbrandmeister Bern Köhler verabschiedet. (db)



Aus dem einstigen Feuerwehrgerätehaus, Schmiede und Backhaus soll ein Domizil für drei Vereine werden. Die Hofteicherstraße in Belrieth wird, sobald es die Witterung zuläßt, komplett fertiggestellt und freigegeben.