Pressebericht vom 18.Mai 2004 - Meininger Tageblatt

Völkerwanderung in Belrieth

Knapp 80 Teilnehmer zum 14.Waldtag - Acht-Kilometer-Tour

Belrieth (db). Der Belriether Waldtag wird bei Einheimischen und Auswärtigen immer beliebter. Kamen zum ersten Waldtag 1991 nur einige wenige, wächst die Zahl der interessierten Teilnehmer seither stetig an. Am Sonntagnachmittag hatten sich zum 14.Waldtag knapp 80 Bürger eingefunden, um sich von Revierleiter Hartmut Gundelwein führen zu lassen.

Am frühen Sonntagmorgen blickte Revierleiter Gundelwein noch voller Sorge gen Himmel. Dunkle Wolken waren am Horizont aufgezogen. "Hoffentlich fällt der Belriether Waldtag diesmal nicht ins Wasser", dachte er sich. Doch die Belriether haben offenbar einen Pakt mit Petrus geschlossen. Die Regenwolken verzogen sich rechtzeitig, die Sonne beschien die Wanderer auf ihrer acht Kilometer langen Tour. Und die hatte es in sich. Steil bergauf führte der Weg, den sich der Forstmann ausgeguckt hatte. So mancher kam dabei kräftig ins Schwitzen.
"Im Vordergrund des Waldtages steht das Wandern durch die heimische Natur. Einige Wald-Schadbilder, die seit 2003 auftreten, werde ich zeigen und erläutern. In zwei Gläsern habe ich die Baumschädlinge Buchdrucker und Kupferstecher mitgebracht - sozusagen als Anschauungsmaterial", so Revierleiter Gundelwein am Ausgangspunkt der Tour. Die schädlichen Käfer hätten in den Beständen leichtes Spiel gehabt, da die Bäume im vergangenen sehr trockenen Jahr wasserunterversorgt und daher geschwächt gewesen seinen, war von dem Forstmann zu erfahren.

Pilz schädigte Baumbestand

Die Wanderung führte am Gehege von Eberhard Baumann vorbei, der hier zottelige, schottische Hochlandrinder züchtete. Ein einstiger Schwarzkieferbestand der Kommune, vor 30 Jahren angepflanzt, war nächstes Ziel. "Hier mussten wir fast alles einschlagen. Die Bäume waren schwer geschädigt, aber nicht durch die Käfer, hier war ein Pilz die Ursache. Mit einem Zaun um das gesamte Areal wollen wir der Naturverjüngung eine Chance geben. Zahlreiche Laubbäume haben sich angesiedelt, die müssen vor Verbiss geschützt werden. Die wenigen Schwarzkiefern, die noch stehen, gehen mit großer Sicherheit auch noch kaputt", erläuterte Hartmut Gundelwein.
Der steile Weg durch den Wald hatte alle recht durstig gemacht. Rechzeitig kamen die Wanderer zu der Blockhütte von Dr. Heinrich Winkler und seiner Ehefrau. "Erste Hilfe für Durstige" stand auf einem Schild. Daneben reichlich Wasser und Bier für die Waldtag-Teilnehmer. Gern und dankbar machte man von dem Angebot Gebrauch, bevor weiter marschiert wurde.
Ein Jungbestand, den der Kupferstecher schwer geschädigt hatte, stand noch auf dem Besichtigungsprogramm, vor dem Rückmarsch in Richtung Belrieth. Hier warteten auf die Wanderer kostenlose Bratwurst und Bier, die die Jagdgenossenschaft und Jagdpächter spendiert hatten. Gemütlich ging’s zu, und die meisten waren jetzt schon sicher, das sie beim 15. Belriether Waldtag im Jahr 2005 wieder mit dabei sein werden.