Pressebericht vom 19.Januar 2004 - Meininger Tageblatt

Üble Schmierereien an Belrieths Wahrzeichen

Werrabrücke verunstaltet - Gemeinde erstattete Anzeige

Belrieth (dws). Eines der Wahrzeichen der Gemeinde Belrieth, die Bogenbrücke über die Werra, ist mit Schmierereien verunstaltet worden. Ob sich diese beseitigen lassen, ohne den Sandstein zu zerstören, ist noch nicht sicher. Die Gemeinde hat inzwischen Anzeige gegen unbekannt erstattet.

Bürgermeister Hans-Ulrich Laier ist sauer. Und seine Gemeinderäte auch. Mit Recht. Da sitzen sie zusammen und beraten in ihrer Gemeinderatssitzung in dieser Woche, wie es weitergehen soll in der Kommune, welche Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung am dringendsten sind, um dem Ort ein schöneres Gesicht verleihen. Und dann müssen sie beraten, wie sie mutwillige Zerstörungen, Schmierereien an ihrer schönsten Brücke über die Werra beseitigen können.


Sorge um die Jahreszahl


Gerade um die Jahreszahl der Erbauung der Brücke - an einem Brückenpfeiler ist die Zahl 1528 in den Stein gehauen - tut es ihnen Leid. Denn noch weiß niemand, ob sich die Farbe entfernen lässt, ohne den historischen Stein zu verletzen. Eine Firma ist inzwischen von der Gemeinde beauftragt worden, mit einem Spezialmittel an einer weniger sichtbaren

Stelle unterhalb eines Brückenbogens Versuche zu starten. Noch gibt es keinerlei Hinweise auf die Täter. Die Anzeige gegen unbekannt ist zunächst Formsache gewesen. Anhand der Schriftzeichen ist zu vermuten, dass es sich um jugendliche Täter handelt. Sie sind denen sehr ähnlich, die auch in anderen Orten hin und wieder auftauchen. Es bleibt zu hoffen, dass die Spezialisten der Polizei auf mögliche Täter schließen können.


Keiner aus dem Ort


Die Belriether Gemeinderäte sind sich ziemlich sicher, dass es sich nicht um Jugendliche aus dem eigenen Ort handelt. Falls doch, wäre das eine herbe Enttäuschung für sie. Wo sie doch gerade dabei sind, ein lang gegebenes Versprechen einzulösen und den Jugendlichen endlich einen Treffpunkt zu schaffen. Die Voraussetzungen dafür sind günstig, denn auch Landrat Ralf Luther hat sein Versprechen gehalten und hat sich persönlich beim Jugendhilfeausschuss des Landkreises für die Unterstützung zum Bau eines Jugendklubs eingesetzt. In einer öffentlichen Gemeinderatssitzung im November des vergangenen Jahres hatte er diese Zusicherung gegeben (wir berichteten).

Der Antrag für den Bau ist bei der Verwaltungsgemeinschaft gestellt worden und vom Jugendhilfeausschuss liegt die Zusage zur Unterstützung bereits vor. Geplant ist eine Art Blockhütte, die neben dem Sportplatz aufgestellt werden soll. Gefördert werden können dabei bis zu 30 Prozent die Leistungen von Firmen - das Material und Eigenleistungen von Jugendlichen sogar bis 80 Prozent. Da die Gemeinde den Kauf einer Blockhütte auf einem Baumarkt plant, wäre dies als Material also bis 80 Prozent förderfähig. Firmen würden wohl kaum gebraucht, da außer einer Betonplatte als Fundament alle anderen Arbeiten in Eigenleistung ausgeführt werden könnten. Die Kosten werden sich auf 12 000 Euro belaufen.


Bleibender Wert


Die Summe für den Eigenanteil geben die Gemeinderäte gern aus, ist es doch als bleibender Wert für die Jugendlichen des Ortes gedacht. Gegen die Kosten, die sicher auf die Gemeinde zukommen bei der Beseitigung der Schmierereien - falls keine Täter ermittelt werden, die dafür herangezogen werden können - sträuben sich ihnen verständlicherweise alle Haare.

Die Werrabrücke in Belrieth. Die Bögen sind beschmiert worden. Die Farbe wieder zu entfernen, ohne dass das alte Gemäuer Schaden nimmt, wird schwierig.

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