Pressebericht vom 22.September 2003
Dorflinde bereitet Belriethern Sorgen


Vermutlich kann nur ein Fachmann den Belriethern raten,
was mit ihrer Dorflinde geschehen soll. dFoto: dws
Zustand wird allmählich zur Gefahrenquelle

Belrieth (dws). Die Dorflinde bereitet den Belriethern Sorgen. Ein Gutachter könnte einschätzen, ob der Baum erhalten werden kann oder aber der Motorsäge zu Opfer fallen muss.
Die Dorflinde ist eine der letzten Vertreter ihrer Art im Ortsbild. In früheren Jahren gab es mehrere dieser für die Region typischen Bäume in Belrieth. "Und damit ist sie auch ein Stück unverwechselbares Belrieth, das es zu erhalten gilt", so die Auffassung vieler Dorfbewohner. Allerdings hat der Baum jetzt einen Zustand erreicht, der zur Gefahr für Anwohner und Fußgänger werden könnte. Der nächste größere Sturm könnte schlimme Folgen haben, befürchtet man.
Doch so genau lasse sich das durch einen Laien gar nicht einschätzen, hieß es in der jüngsten Ratssitzung. Konkretes könnte ein Fachgutachter feststellen. Das Angebot eines Gutachters aus Hirschbach liegt der Gemeinde vor. Aber das kostet Geld - nach Meinung der Gemeinderäte sind die Kosten zu hoch. "Wenn wir die Linde dann doch fällen müssen, haben wir die 200 Euro für den Gutachter bezahlt und dennoch keine Dorflinde mehr", so die Befürchtung.

Entscheidung vertagt


Der zuständiger Revierförster oder ein Landschaftsgärtner könnte zwar eine Meinung äußern, doch deren Aussage wäre nicht rechtskräftig - falls doch etwas passiert -, so die Überlegungen der Gemeinderäte. "Und ohne Gutachten die Linde einfach fällen - da gibt es Ärger mit dem Naturschutz", vermuten sie.
Vorerst hat man die Entscheidung noch einmal vertagt. Man hofft, möglicherweise doch noch eine kostengünstigere Lösung zu finden. Für die bevorstehende Dorferneuerung, die im Jahr 2004 beginnen und bis 2008 laufen soll, braucht die Gemeinde jeden Euro, um die lange Liste der Bauvorhaben abarbeiten zu können. Darüber ist man sich im Gemeinderat im Klaren.