Pressebericht vom 17.Juni 2003
Nase voll vom Vandalismus
Belrieth: Hoffnung auf mehr Zivilcourage

Belrieth (dws). Über lieben Besuch freut man sich. Nicht aber über jenen, der eine Spur der Verwüstung hinterlässt. Über solchen musste Belrieths Bürgermeister Hans-Ulrich Laier seinen Gemeinderat informieren.
Die letzte schlimme Schlacht muss wohl am Himmelfahrtstag geschlagen worden sein. Fassungslos haben einige Belriether tags darauf den Schaden entdeckt. Der Vandalismus, den junge Leute da veranstaltet haben, ist für keinen im Ort nachvollziehbar ... 1990, beim letzten runden Ortsjubiläum, hatte die Gemeinde für das große Fest Sitzgruppen anfertigen und auf dem Dorfplatz sowie in einigen Straßen aufstellen lassen, damit sich die Gäste in Belrieth wohl fühlen und verweilen - können. Als das Fest vorbei war und diese Sitzgruppen ihren Zweck erfüllt hatten, wurden sie an verschiedenen Stellen der Gemarkung Belrieth aufgestellt, damit Spaziergänger und Wanderer verschnaufen können und gern mal wieder nach Belrieth kommen, weil sie sich hier wohl fühlen konnten.
Doch nicht allen Zeitgenossen passt offenbar diese "heile Welt". In blinder Zerstörungswut machen sie das Geschaffene unbrauchbar. Schon einmal haben Vandalen eine Hütte am Radweg demoliert. Zwischenzeitlich von Gemeindearbeitern wieder aufgebaut, haben sie dieses Spiel drei Mal wiederholt, bis die Gemeinde das Handtuch warf und die Hütte abreißen ließ. Am Himmelfahrtstag nun das nächste Kapitel der unrühmlichen Geschichte. VierJugendliche - nach Zeugenaussage allerdings keine Belriether - wurden beobachtet, wie sie mit einem nicht zugelassenen Jeep durchs Gelände fuhren, sich dann an der Hütte am Halsberg zu schaffen machten und diese demolierten. Danach rollten sie mit Hilfe ihres Jeeps eine schwere Betonröhre, die von Bauarbeiten übrig geblieben war, den Hang hinab. Nur mit schwerer Technik und Kosten könne diese wieder von dort entfernt werden, hieß es.

Sinnlos zerstört


Auch die Tobiashütte ist an diesem Tag arg in Mitleidenschaft gezogen worden. An dieser Blockhütte hatten die Jagdpächter Schautafeln angebracht, die den Wanderern Interessantes aus Flora und Fauna der Region vermittelten. Auch diese Tafeln und die Sitzgruppen wurden sinnlos zerstört. Die schlimmsten Schäden haben der Gemeindearbeiter und der Zivi bereits wieder beseitigt, informierte Laier. "Gerade jetzt, wo das Gras in die Höhe schießt und wir mit dem Mähen gar nicht mehr nachkommen, haben unsere Arbeitskräfte andere Dinge zu tun, als die Schäden dieser Idioten zu beseitigen", war der Ortschef sichtlich verärgert. Anzeige hat die Gemeinde nicht erstattet. Aus Resignation. "Man weiß, wie das läuft. Anzeige gegen unbekannt, ein Formular wird ausgefüllt und zu den Akten gelegt. Das war's". Was bleibt, ist die Hoffnung auf mehr Zivilcourage - auf Einwohner, die schnell handeln und Hilfe herbeiholen, wenn sie solche Dinge beobachten.