Pressebericht vom 25.Mai 2002
"Jugend plädiert für Klubraum"
Gemeinderat signalisierte Gesprächsbereitschaft - Raumfrage ist der Knackpunkt

Belrieth (kb). Einen Raum, in dem man sich treffen kann, das wünschen sich die
Belriether Jugendlichen. Zur jüngsten Sitzung trugen sie ihr Anliegen dem Gemeinderat
vor.


Seit der Wende habe man in Belrieth keinen Jugendklub mehr. Diese Tatsache aber wolle man
nicht mehr so ohne weiteres hinnehmen, wandten sich die Jugendlichen an die Adresse von
Bürgermeister und Gemeinderat. Kerstin Nietsch hatte sich zur Sprecherin der jungen Leute
gemacht, und sie legte den Gemeinderäten ans Herz: „Wenn wir die Jugend im Dorf halten wollen,
müssen wir auch etwas dafür tun. Ein Jugendklub ist meiner Meinung nach durchaus angebracht."
Sie verwies in dem Zusammenhang auf entsprechende Förderprogramme, mit deren Hilfe man
beispielsweise die Einrichtung finanzieren könnte. Auch appellierte sie an die örtlichen Vereine,
dieses Anliegen zu unterstützen. Bürgermeister Hans-Ulrich Laier gab zu verstehen, dass die
Gemeinde diesem Anliegen keineswegs ablehnend gegenüber stehe, verwies indes aber auf die
Erfahrungen aus der Vergangenheit. Und die seien nicht unbedingt dazu angetan, der Einrichtung
eines Jugendklubs allzu optimistisch entgegenzusehen.


Einschlägige Erfahrungen

„Es ging immer nur eine Zeit lang gut, dann wurde randaliert, es gab Beschwerden, und wir
mussten den Klub wieder schließen. Wenn wir uns in den Nachbargemeinden umschauen, ist es
immer wieder das gleiche Schema. Erst Begeisterung und gute Vorsätze, dann flaut alles wieder
ab, und zum Schluss wird nicht selten das Mobiliar zerschlagen. Es gibt meines Wissens keinen
Jugendklub, der sich über einen längeren Zeitraum hinweg gleichbleibend gehalten hat.“
Dem widersprachen aber die Belriether Jugendvertreter. In Bauerbach sei das durchaus der Fall.
Hier existiere der Klub schon seit etlichen Jahren als eingetragener Verein, weil sich eine starke
Leitungsebene herausgebildet habe. Außerdem könnten die Jugendlichen auch auf die
Unterstützung der Bürgermeisterin bauen, wurde argumentiert. Ratsmitglied Dieter Antler zeigte
zwar Verständnis für die Wünsche der Jugendlichen, warnte jedoch auch vor einer allzu
blauäugigen Sichtweise. „Die Vorsätze mögen zwar gut sein, doch so ein Klub steigt und fällt mit
den Personen, die sich dort engagieren. Sobald die aus dem Alter heraus sind, und neue
nachrücken, sind Probleme meistens vorprogrammiert. Vor allem, wenn dann immer mehr fremde
Jugendliche hinzukommen", meinte er.


Entscheidung vertagt

Trotzdem könne man das natürlich nicht pauschalieren, und das Anliegen der Jugendlichen sei es
durchaus wert, dass der Gemeinderat darüber nachdenke, räumte er ein. Als entscheidendes
Problem führte der Bürgermeister indes die Raumfrage dar. Man müsse über entsprechende
Möglichkeiten nachdenken. Auch die Jugendlichen sollten sich Gedanken machen, wie ein solcher
Klub aussehen könnte. Zur nächsten Ratssitzung will man erneut miteinander ins Gespräch kommen.