Pressebericht vom 5.Februar 2002
Zeitungsflieger: Belrieth

Die Gemeinde Belrieth liegt idyllisch im Wiesengrund der Werra zwischen den beiden Städten Themar und
Meiningen. Im Jahre 840 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt. Die Urzelle vermutet man auf dem
Kirchberg. Dort befand sich einst der Gutshof der Grafen von Babenberg, zu dem schon im 10. Jahrhundert eine
kleine Kapelle gehört haben soll. Der eigentliche Ortsname so jedenfalls berichten die Geschichtsschreiber ist auf
die Beschaffenheit des Talgrundes zurückzuführen. „Rieth" war die Bezeichnung für ein sumpfiges, mit Röhricht
und Schilf bewachsenes Gelände, dessen Besitzer ein Mann namens Belo gewesen sein soll. Nach den Grafen
von Babenberg wurde Belrieth dem Kloster Fulda zugeordnet. In späteren Zeiten erhielten dann die Grafen zu
Henneberg die Burg, die sich früher auf dem Gelände des heutigen Kirchhofes ausdehnte. Da das Bauwerk nicht
wie sonst üblich auf dem Berg errichtet wurde, sondern sich am Fuße des Kohlberges in Verbindung mit dem
Herrenhof befand, war der natürliche Schutz nicht gegeben. Daher errichtete man eine innere und eine äußere
Mauer. Die innere Mauer besteht zum großen Teil noch heute. Auch der Gadengürtel ist noch erhalten. Die
Kirchgemeinde hat gerade in jüngster Zeit große Anstrengungen unternommen, um diese steinernen Zeugen der
Vergangenheit zu bewahren. In mühevoller Kleinarbeit haben einige Gadenbesitzer letztes Jahr damit begonnen,
die alten Keller wieder originalgetreu herzurichten. Grundlage dafür war eine Diplomarbeit von Studenten der
Bauhaus Universität in Weimar. Diese hatten die gesamte Wehrkirchenanlage vermessen, eine
Bestandsaufnahme der vorhandenen Bausubstanz gemacht und Sanierungsvorschläge unterbreitet. Bedauert
wird allerdings von vielen Dorfbewohnern, dass der alte Gutshof immer mehr verfällt und von der eigentlichen
Urzelle des Dorfes wohl schon bald nichts mehr übrig sein wird. Das vernachlässigte Areal, das sich in
Privatbesitz befindet, stört das ansonsten so schmucke Dorfbild. Vor allem in der jüngsten Vergangenheit hat
sich dieses sehr zu seinem Vorteil verändert. So wurden mit Hilfe der Städtebauförderung die historische
Werrabrücke rekonstruiert, der Dorplatz neu gestaltet, die Glaser- und Letzegasse saniert, und dieses Jahr soll
die Böhlesgasse an die Reihe kommen. Mit dem gemeindeübergreifenden Entwicklungskonzept, das für die drei
Werraorte Belrieth, Vachdorf und Leutersdorf erarbeitet worden ist, kann auch Belrieth auf eine detaillierte
perspektivische Entwicklungsstrategie zurückgreifen. Außerdem ergeben sich mit diesem Konzept gute Chancen
für die Aufnahme ins Dorferneuerungsprogramm. Ein entsprechender Antrag ist bereits gestellt. Die sich
bietenden Fördermöglichkeiten will die Gemeinde nutzen, um noch ausstehende Bauvorhaben wie beispielsweise
die Sanierung des Krömsehofes oder den Ausbau der Hofteicher Straße zu realisieren.